CAD-Konstruktion und Rekonstruktion von Oldtimer-Ersatzteilen

Fehlen die Konstruktionsdaten zu einem Bauteil, können wir es nach einem Muster oder vorhandenen Maßen im CAD nachzeichnen. Das digitale Modell dient anschließend als Grundlage für Prototypen und die Nachfertigung.


Auch ein beschädigtes Muster kann helfen. Fehlende Bereiche brauchen jedoch geeignete Referenzen.

Prozess vom Originalteil über die CAD-Konstruktion bis zum 3D-gedruckten Ersatzteil
Beispielhafter Ablauf: vorhandenes Bauteil, digitale Konstruktion und nachgefertigtes Ersatzteil.

Wann ist eine CAD-Rekonstruktion sinnvoll?

Ohne brauchbare CAD-Daten brauchen wir andere Vorlagen: ein Musterteil, verlässliche Maße oder geeignete Referenzdaten. Je nach Form und Zustand vermessen wir das Teil, nutzen einen 3D-Scan oder kombinieren beides.

Wir rekonstruieren zum Beispiel Halter, Clips und Gehäuse. Ob sich die Nachfertigung lohnt und technisch möglich ist, hängt vom Einsatz, den Belastungen und den vorhandenen Vorlagen ab. Unsere Projektberichte zeigen konkrete Beispiele.


Vom Originalteil zum fertigen Ersatzteil

Zuerst klären wir die Funktion und Befestigung des Teils. Wir berücksichtigen Wärme, mechanische Belastung und Witterung. Bei sichtbaren Teilen besprechen wir auch die gewünschte Oberfläche.

2. Geometrie erfassen

Wir vermessen oder scannen das Muster. Fehlende und beschädigte Bereiche rekonstruieren wir anhand vorhandener Referenzen. Anschlüsse, Bohrungen und Kontaktflächen benötigen verlässliche Maße.

Fahrzeugbauteil mit Referenzmarken während der optischen Erfassung
3D-Scan für die Rekonstruktion des Ferrari-Rückleuchtengehäuses.

3. CAD-Modell konstruieren

Aus den Messdaten konstruieren wir ein bearbeitbares 3D-Modell. Dabei prüfen wir Form, Wandstärken und Befestigungen im Hinblick auf Einsatz und Fertigung. Änderungen gegenüber dem Original stimmen wir vor der Fertigung ab.

CAD-Modell eines rekonstruierten Fahrzeugbauteils
Das bearbeitbare CAD-Modell der Rückleuchte bildet die Grundlage für Abstimmung, Prototyp und Fertigung.

4. Prototyp und Passform prüfen

Bei vielen Bauteilen ist ein erster Prototyp sinnvoll. Damit lassen sich Einbaulage, Passform und Montage am Fahrzeug kontrollieren, bevor das endgültige Einzelteil oder eine Kleinserie gefertigt wird. Rückmeldungen aus der Anprobe können anschließend in das CAD-Modell einfließen.

5. Einzelteil oder Kleinserie fertigen

Nach der Freigabe fertigen wir das Bauteil. Dafür kann 3D-Druck infrage kommen. Wir wählen Material und Verfahren nach den Anforderungen des Teils und der benötigten Stückzahl.


Praxisbeispiele aus der Ersatzteilentwicklung


Was wir für eine erste Einschätzung benötigen

  • Fotos des Bauteils und seiner Einbausituation
  • Fahrzeughersteller, Modell und Baujahr
  • vorhandene Teilenummern oder Beschriftungen
  • Maße, Zeichnungen oder Referenzunterlagen, sofern vorhanden
  • Angaben zur Funktion, Belastung und gewünschten Stückzahl
  • idealerweise ein originales oder beschädigtes Musterteil

Je genauer die Ausgangsdaten sind, desto besser lässt sich beurteilen, ob eine Rekonstruktion wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist.


Grenzen und sicherheitsrelevante Bauteile

Nicht jedes Ersatzteil darf oder sollte ohne weitere Nachweise nachgefertigt werden. Bei sicherheitsrelevanten, hoch belasteten oder zulassungsrelevanten Komponenten ist eine gesonderte technische und rechtliche Bewertung erforderlich. Eine allgemeine Freigabe allein aufgrund eines CAD-Modells oder 3D-Drucks ist nicht möglich. Hinweise zur Wirksamkeit der Betriebserlaubnis bei Fahrzeugänderungen enthält die offizielle Fassung des § 19 StVZO.


Sie suchen ein nicht mehr lieferbares Ersatzteil?

Beschreiben Sie uns Ihr Teil, seine Funktion und die vorhandenen Unterlagen. Für Oldtimer-Ersatzteile sind auch Modell und Baujahr wichtig. Wenn Sie bereits eine druckbare 3D-Datei haben, können Sie direkt einen Druckauftrag anfragen.

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